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Anwaltschaft

Wissenswertes für Anwältinnen und Anwälte in Kanzleien und Unternehmen

"Sonst funktioniert es" ist keine Entschuldigung
Einwahlproblem bei Videoverhandlung

"Sonst funktioniert es" ist keine Entschuldigung

Ein Anwalt scheitert bei zwei Terminen an der Einwahl in eine Videoverhandlung. Der BGH verlangt zwar keine IT-Kenntnisse – aber nach einem ersten Fehlschlag muss ein Anwalt sich um die Ursache kümmern. Sonst kann es mit dem Prozess vorbei sein.

Wiedereinsetzung ohne Hand und Fuß
Sich selbst vertretender Anwalt

Wiedereinsetzung ohne Hand und Fuß

Eine verletzte Hand genügte dem OLG München noch nicht, um eine versäumte Berufungsbegründung zu entschuldigen. Ein sich selbst vertretender Anwalt könne immerhin diktieren – oder eine Vertretung organisieren.

DAV schlägt Reform der Kanzleipflicht vor
Keine ständigen Präsenzräume mehr

DAV schlägt Reform der Kanzleipflicht vor

Laut DAV sollen Anwälte künftig weiter eine Kanzlei betreiben müssen. Doch was damit gemeint ist, könnte sich ändern. Der Verband reagiert mit seinem Vorschlag auf ein viel diskutiertes BGH-Urteil.

Darf der BND bald deutsche Anwälte ausspähen?
Nachrichtendienstreform

Darf der BND bald deutsche Anwälte ausspähen?

Die Bundesregierung will die deutschen Nachrichtendienste mit neuen Befugnissen ausstatten, um sie an die Sicherheitsfragen der Gegenwart anzupassen. Doch das Ganze hat eine gefährliche Hintertür, schreibt Jens Ferner.

"Ich muss nur kurz meine Brust auspacken"
Anwältin stillt im Gericht

"Ich muss nur kurz meine Brust auspacken"

Ein Richter bietet Schaukeln des Babys an, gegnerische Anwälte zeigen Verständnis – Erlebnisse der Wiesbadener Anwältin Julia Dokara, die oft ihr Baby mit ins Gericht bringt. Was berichtet sie auf Instagram? Welche Kommentare bekommt sie?

Volle Transparenz in England und Wales geplant
Beschwerden gegen Kanzleien

Volle Transparenz in England und Wales geplant

Der Ombudsmann, der in England und Wales für Beschwerden gegen Anwälte zuständig ist, will seine Entscheidungen künftig vollständig veröffentlichen, einschließlich der Namen der Kanzleien und Anwälte.

beA tot? Die Frist lebt trotzdem
Ersatzeinreichung

beA tot? Die Frist lebt trotzdem

23.15 Uhr, das beA bricht zusammen – und der Anwalt glaubt, jetzt reiche auch der Postversand. Doch das OVG Hamburg sieht das anders: Wer so spät übermittelt, müsse sich "aufdrängende" Möglichkeiten der Ersatzeinreichung nutzen.

Noch mehr aus der Anwaltschaft

Festschrift schützt nicht vor Pflichtverteidigung
Vertreter wider Willen

Festschrift schützt nicht vor Pflichtverteidigung

Zum Pflichtverteidiger bestellt – und keine Zeit? Ein Steuerstrafrechtler verwies auf seine Arbeitsbelastung und einen aufwändigen Festschriftbeitrag. Nichts davon interessierte das LG Nürnberg-Fürth, weil der Anwalt einen Fehler gemacht hatte.

Betrunkene Anwältin wurde ausfällig
Geldstrafe wegen Beleidigung

Betrunkene Anwältin wurde ausfällig

Eine Düsseldorfer Anwältin muss nach Beleidigungen gegen Einsatzkräfte 1.000 Euro zahlen. Sie hatte 2023 stark angetrunken Sicherheitskräfte als "Scheiß Ausländer" und einen Polizisten als "kleinen Pisser" beschimpft.

Anwaltsversorgung lässt Arbeitslosengeld ruhen
Rente sperrt ALG I

Anwaltsversorgung lässt Arbeitslosengeld ruhen

Arbeitslos – und trotzdem kein Arbeitslosengeld: Das passierte einem Anwalt, der bereits eine vorgezogene Altersrente vom Versorgungswerk bezog. Das LSG Niedersachsen-Bremen bestätigte den Leistungsausschluss, ließ aber die Revision zu.

BGH billigt Anspruchsbündelung im Rundholz-Kartell
Sammelklage-Inkasso

BGH billigt Anspruchsbündelung im Rundholz-Kartell

Ob das Land Baden-Württemberg Sägewerken Kartellschadensersatz schuldet, ist weiter offen - zentrale Feststellungen fehlen. Doch die Sammelklage des Inkasso-Dienstleisters erklärt der BGH für zulässig, anders als im LKW-Kartell ohne Einschränkungen.

Wie Nachbarländer ihre Advokaten wirklich disziplinieren
Die Anwaltspflicht, sich kurz zu fassen

Wie Nachbarländer ihre Advokaten wirklich disziplinieren

Hunderte Seiten Schriftsatz sind längst keine Seltenheit mehr. Dabei sind deutsche Anwälte zu knappem Vortrag verpflichtet – theoretisch. Wie’s richtig geht, machen Österreich, die Schweiz und England längst vor, zeigt Leon Marcel Kahl.

Freiwillige Deckung schützt Anwalt nicht vor Regress
BGH stärkt Rechtsschutzversicherer

Freiwillige Deckung schützt Anwalt nicht vor Regress

Die Rechtsschutzversicherung deckt und zahlt, obwohl sie hierzu rechtlich nicht verpflichtet ist. Kann sie den Anwalt später trotzdem in Regress nehmen? Der BGH sagt ja. Denn der Ersatzanspruch wechselt trotzdem vom Mandanten auf den Versicherer.

Streitwert bleibt für Anwalt angreifbar
Auch bei Honorarvereinbarung

Streitwert bleibt für Anwalt angreifbar

Eine Vergütungsvereinbarung macht die Streitwertbeschwerde des Anwalts nicht überflüssig. Das OLG Hamburg bejaht das Rechtsschutzbedürfnis trotz Honorarvereinbarung – und widerspricht damit der Gegenauffassung des OLG Frankfurt.

Referendare können viel, signieren aber nicht
Wiedereinsetzung

Referendare können viel, signieren aber nicht

Für eine Wiedereinsetzung trug ein Rechtsanwalt vor, dass sein stets zuverlässiger Rechtsreferendar erstmalig eine Berufungsbegründung nicht versandt hatte. Doch dem OLG München kam es darauf nicht an – es wollte wissen, ob der Schriftsatz elektronisch signiert war.

Wie das Gefühl über Vergleiche entscheidet
Von Recht und Gerechtigkeit

Wie das Gefühl über Vergleiche entscheidet

Wenn die Gegenseite plötzlich Maximalforderungen aufstellt und die Vergleichsverhandlungen zu scheitern drohen, hilft Verstehen oft mehr als Konfrontation, schreibt Anika Uhlemann: Was treibt die andere Seite wirklich an?

BRAK stellt Aktenviewer bereit
Elektronische Gerichtsakten

BRAK stellt Aktenviewer bereit

Elektronische Gerichts- und Behördenakten sind für Anwältinnen und Anwälte oft schwierig zu nutzen. Das soll sich mit "Akte kompakt", einem von der BRAK im beA-Portal bereitgestellten Werkzeug, nun ändern.

Gericht kann Hinweispflicht auf falsche Klageeinreichung treffen
EGVP statt beA

Gericht kann Hinweispflicht auf falsche Klageeinreichung treffen

Eine Klage erreicht das FG auf einem unzulässigen Übermittlungsweg. Ein Richter bestätigt den Eingang und fordert zur Klagebegründung auf, hält es aber nicht für nötig, den Anwalt auf die fehlerhafte Übermittlung hinzuweisen. Der BFH gewährt Wiedereinsetzung.

Neue Gefahr für anwaltliche Sammelanderkonten
EU-Geldwäschepaket

Neue Gefahr für anwaltliche Sammelanderkonten

Neue Vorgaben der europäischen Anti-Geldwäschebehörde AMLA könnten einen mühsam ausgehandelten Kompromiss zum Erhalt anwaltlicher Sammelanderkonten zunichtemachen. Die BRAK bat zwei Ministerien, sich im Interesse der Anwaltschaft einzuschalten.

Selbsternannter Menschenrechtsverteidiger hat keine Vertretungsbefugnis
Prozess vor dem Sozialgericht

Selbsternannter Menschenrechtsverteidiger hat keine Vertretungsbefugnis

Dem Ingenieur ist zwar redensartlich nichts zu schwör, aber wer andere vor deutschen Sozialgerichten vertreten darf, ist im Gesetz genau festgehalten. Und Ingenieure sind nun mal nicht genannt, auch wenn sie sich selber als Menschenrechtsverteidiger bezeichnen.

Anwälte liefern Autokraten ihr Handwerkszeug
Rechtsstaat weltweit in Gefahr

Anwälte liefern Autokraten ihr Handwerkszeug

Rechtsstaat, Anwaltschaft und Demokratie geraten weltweit unter Druck – das ist das ernüchternde Fazit der jüngsten Tagung der International Association of Legal Ethics. Doch Juristen machten sich mitunter auch zu Gehilfen des Unrechts.

Klageeinreichung kann trotz falschen Formats wirksam sein
Word statt PDF

Klageeinreichung kann trotz falschen Formats wirksam sein

Ein Steuerberater reicht eine Klage elektronisch ein – allerdings als Word- statt als PDF-Datei. Sein Glück: Das FG, das die Akten noch in Papier führt, druckt die Klageschrift aus und nimmt sie zur Akte. Der BFH behandelt die Klage deshalb als formwirksam.

Die unsichtbare Partei am Verhandlungstisch
Wie Geldbiografien Verhandlungen prägen

Die unsichtbare Partei am Verhandlungstisch

Wenn Menschen um Geld streiten, geht es oft nicht nur um Zahlen, sondern auch um tiefe persönliche Prägungen, um Status, Sicherheit oder Schuld. Anika Uhlemann erklärt, warum Verhandlungen manchmal nicht am Geld scheitern – sondern an der Geldbiografie.

Warum der Verhandlungsanwalt an Bedeutung gewinnt
Frankreichs Zivilprozess im Wandel

Warum der Verhandlungsanwalt an Bedeutung gewinnt

In Frankreich findet gerade eine radikale Abkehr vom Zivilprozess statt, wie man ihn bisher kannte: Seit September 2025 ist die gütliche Einigung kein Bonus mehr, sondern erstes Ziel des Verfahrens. Florence Lorentz erklärt, wie das funktioniert.

Unabhängig mit US-Software?
DAT im Zeichen digitaler Souveränität

Unabhängig mit US-Software?

Bei Anwaltstreffen geht es oft um Berufswerte, um Digitalisierung und den Rechtsstaat. So auch beim Anwaltstag 2026 – doch einer digitalen Gefahr, die all dies bedroht, werden sich die Anwälte nur langsam bewusst.

Anwalt muss Handakte verschicken
Versand statt Abholung

Anwalt muss Handakte verschicken

Nach dem Ende eines Mandats wollte ein Anwalt die Handakte nur zur Abholung bereithalten. Das AG Hamburg sah das anders: Wer die Akte herausgeben müsse, müsse sie grundsätzlich auch verschicken.

Rekordgehälter für Associates in London
Quinn Emanuel

Rekordgehälter für Associates in London

Die Kanzlei Quinn Emanuel zahlt Berufseinsteigerinnen und -einsteigern Rekordgehälter von über 200.000 Euro. Damit hat die Londoner Kanzlei die Anwaltsgehälter erneut angehoben – und sich an die Spitze des Marktes gesetzt.

DAV ehrt Petra Heinicke und Philip Worthington
Ehrenzeichen der Anwaltschaft

DAV ehrt Petra Heinicke und Philip Worthington

Mit dem Ehrenzeichen der Anwaltschaft würdigt der DAV herausragende anwaltliche Leistungen. 2026 erhalten die Auszeichnung Petra Heinicke und Philip Worthington – Heinicke für ihr jahrzehntelanges Engagement im DAV und Worthington für seinen Einsatz an Europas Außengrenzen.

Gegen Zwangsgeld nur mit Anwalt
Versorgungsausgleich

Gegen Zwangsgeld nur mit Anwalt

Wer im Versorgungsausgleichsverfahren erforderliche Unterlagen nicht beibringt, riskiert ein Zwangsgeld. Ob gegen einen solchen Beschluss auch ohne Anwalt vorgegangen werden kann, ist umstritten. Das OLG Nürnberg hat nun Stellung bezogen.

"Das ziehen wir jetzt durch" geht nicht
BGH zur Anwaltshaftung

"Das ziehen wir jetzt durch" geht nicht

Wenn sich im Laufe eines Verfahrens die Aussichten des Mandanten verschlechtern, muss der Anwalt ihn hierüber aufklären – auch dann, wenn die Rechtsschutzversicherung zahlt, so der BGH. Martin W. Huff hat die Details über die Haftungsfalle.

Wer seine Adresse nicht aktualisiert, kriegt keine Post
Anwalt gegen Versorgungswerk

Wer seine Adresse nicht aktualisiert, kriegt keine Post

Wer seine Adresse nicht aktualisiert, kann sich später nicht auf fehlende Post berufen. Das hat der VGH Mannheim einem Rechtsanwalt ins Stammbuch geschrieben, der vom Versorgungswerk mehrere tausend Euro zurückhaben wollte – und dabei über seine eigene Postorganisation stolperte.

Anwältin muss ihre geistige Gesundheit prüfen lassen
BGH zu verhaltensauffälliger Advokatin

Anwältin muss ihre geistige Gesundheit prüfen lassen

Sie ignorierte rechtskräftige Urteile, legte Rechtsmittel gegen den Willen von Mandanten ein, verfasste Schriftsätze, die für Gerichte nicht mehr nachvollziehbar waren: genug Anhaltspunkte, damit die Anwaltskammer ein Gutachten anfordern durfte, entschied der BGH.