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Block-Prozess

Mutmaßliche Entführerin: Block wusste von Rückholaktion

Im Vordergrund ist Christina Block zu sehen, die den Kopf nach hinten dreht, im Hintergrund steht ein Mikrofon auf einem Tisch.
Christina Block, deutsche Gastronomin und Unternehmerin, sitzt im Gerichtssaal im Prozess wegen mutmaßlicher Kindesentführung im LG Hamburg. © picture alliance/dpa/dpa Pool | Marcus Brandt

Christina Block wusste von der geplanten Rückholaktion ihrer Kinder nach Deutschland - so hat es eine mutmaßliche Entführerin vor Gericht ausgesagt. Sie widerspricht damit der Angeklagten.

Im Block-Prozess hat eine mutmaßliche Entführerin aus Israel als Zeugin vor dem LG Hamburg von Spitznamen berichtet, die ihr Team erfand. Die Mitarbeiter einer israelischen Sicherheitsfirma hätten Christina Block intern "Ladybug" (Marienkäfer) oder "Lady C" genannt, sagte die 51-Jährige laut Übersetzung auf Nachfragen der Vorsitzenden Richterin.

Die Zeugin hatte während ihrer Zeit in Hamburg den fiktiven Namen "Olga" und wohnte im zur Block-Gruppe gehörenden Luxushotel Grand Elysée unter dem Alias-Namen "Doris White". Sie soll nach Angaben der Staatsanwaltschaft an der Entführung des Jungen und des Mädchens in der Silvesternacht 2023/24 aus Dänemark beteiligt gewesen sein.

Laut Anklage war sie "die rechte Hand" des Chefs der Sicherheitsfirma, die für die Entführung verantwortlich gewesen sein soll. Für ihre Aussagen in Hamburg wurde der Frau sicheres Geleit zugesagt.

Die Unternehmerin Christina Block ist angeklagt, die israelische Sicherheitsfirma damit beauftragt zu haben, ihre Kinder vom Wohnort ihres Ex-Manns in Dänemark nach Deutschland zu entführen. Die Tochter des Gründers der Steakhaus-Kette "Block House", Eugen Block, beteuert ihre Unschuld.

Zeugin widerspricht Block*

In dieser zentralen Frage widersprach die Zeugin Christina Block – laut ihrer Aussage soll diese das genaue Datum der geplanten Rückholaktion gekannt haben. Block sei aber nicht in die Einzelheiten eingeweiht gewesen, so die Israeli. 

Block selbst hatte zu Beginn des Prozesses erklärt, dass sich die israelische Sicherheitsfirma eigentlich nur um die Cybersicherheit im zur Block-Gruppe gehörenden Hotel Grand Elysée kümmern sollte. Sie sei davon ausgegangen, dass die Israelis vor Silvester in ihre Heimat abgereist seien. Die israelische Firma habe auf eigene Faust gehandelt.

Vor Gericht hatte Christina Block ausgesagt, "Olga" habe sie am 1. Januar 2024 angerufen und ihr gesagt, sie solle nach Stuttgart fahren, ohne jemanden darüber zu informieren. Sie habe nicht gewusst, was passiert sei, sagte die 53-Jährige. Olga habe nur die Kinder und "your mama" erwähnt. Sie könne sich nicht erinnern, so etwas gesagt zu haben, meinte die Zeugin.

"Wir wussten, das es in Dänemark nicht legal ist"

Die Männer hätten bei der Rückholaktion in der Silvesternacht 2023/24 schwarze Kleidung getragen und seien maskiert gewesen. "Sie wollten in Dänemark nicht erkannt werden", sagte die Zeugin. "Wir wussten, dass es in Dänemark nicht legal ist."

Jedes Teammitglied habe eine feste Aufgabe gehabt. Gewalt gegen den Vater, der von einem der Männer verletzt worden sei, sei eigentlich nicht geplant gewesen. Hensel ist in dem Prozess Nebenkläger und an den meisten Prozesstagen selbst anwesend.

Es gibt sechs weitere Angeklagte in dem Prozess. Einer ist Blocks Lebensgefährte, Ex-Sportmoderator Gerhard Delling. Er muss sich wegen Beihilfe verantworten und bestreitet die Vorwürfe ebenfalls.

Die Befragung der Zeugin wird am Donnerstag fortgesetzt. Dies ist dann bereits der 52. Verhandlungstag von mehr als 100, die bis Ende des Jahres angesetzt sind. Das Gericht hält es aber für möglich, dass die Beweisaufnahme schon im August enden könnte.

*Hinweis der Redaktion: Der Titel wurde nachträglich geändert. Ebenso wurde die Meldung nach weiteren Informationen über die Aussage der Zeugin umfassend aktualisiert, 27.05.2026, 18.00 Uhr, js)